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Diamant 247 – Beurteilung

12 Comments

Jetzt habe ich mein Diamant 247 schon ein paar Monate, und da ich bemerkt habe, dass ab und zu Leute auf meinem Blog landen, die “Diamant 247” als Suchbegriff eingeben ist es jetzt Zeit, eine kleine Beurteilung abzugeben. Zum ersten Mal mache ich das auch auf Deutsch. Diamant ist ja ein deutscher Hersteller, also dachte ich mir, dass das Sinn macht. Ich werde hauptsächliche über meine persönliche Erfahrung mit BB schreiben. Falls Ihr also auf der Suche nach allen technischen Spezifikationen seid, schaut bitte erst mal hier.

Mein Diamant 247

Hier sind trotzdem in aller Kürze ein paar technische Details:

  • Gangschaltung: Shimano Nexus 8 Nabenschaltung
  • Kurbelgarnitur: Bontrager Nebula mit Gates Carbondrive, 55 Zähne
  • Bremsen: Shimano IM45 Rollenbremsen
  • Sattel: Bontrager Nebula H1
  • Felgen: Aluminium Hohlkammerfelgen

Für den Rest, bitte dem obigen Link folgen.

Was ich wollte

Ich war auf der Suche nach einigen Dingen, die dazu geführt haben, dass ich mich am Ende für das Diamant 247 entschieden habe. Meine Anforderungen:

  • Geringer Wartungsaufwand. Ich habe allen Respekt vor Menschen, die an ihren Fahrrädern herumbasteln und gebe zu, dass ich vielleicht ein bisschen mehr über Fahrradwartung wissen sollte (frau wird einfach unabhängiger dadurch). Ich habe aber nicht viel Zeit und möchte diese lieber mit Fahrrad fahren als reparieren zubringen, also war ich auf der Suche nach einem Rad mit wenig Wartungsbedarf.
  • Niedriges Gewicht. Mein altes Fahrrad hat gefühlt eine Tonne gewogen, und da ich es jeden Tag Treppen hoch- und runter schleppen muss, wollte ich jetzt etwas Leichtes haben.
  • Stabilität. Ich behandele mein Fahrrad nicht schlecht und gebe mir sogar größte Mühe, es gut zu behandeln. Aber ich benutze es fast jeden Tag. Während ich arbeite, steht es draußen und ist Regen, Sonne, und allen möglichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Es wird von Menschen, die neben mir parken, vielleicht herumgeschubst. Ich brauchte also nichts, das nach zwei Monaten anfangen würde, auseinander zu fallen.
  • Komfort. Da ich viel fahre, möchte ich das bitte bequem tun. Ich fahre in der Stadt wo es Kopfsteinpflaster  usw. gibt (z.B. meine eigene Straße) – ich wollte also etwas, das einigermaßen weich fährt.
  • Stil. Wer will schon ein hässliches Fahrrad fahren?

Das Diamant 247 schien mir diese Punkte zu erfüllen – und noch einige darüber hinaus:

  • Rollenbremsen. Letzten Winter sind mir zweimal die Bremsen eingefroren. Das war nicht so lustig und obendrein gefährlich. Ich hoffe, dass die Rollenbremsen nicht nur im Regen, sondern auch bei Kälte eine bessere Leistung erbringen als normale Felgenbremsen.
  • Riemenantrieb. Der Karbon-Riemenantrieb ist wahrscheinlich BBs außergewöhnlichste Eigenschaft. Ehrlich gesagt fand ich das hauptsächlich aus Neugierde attraktiv: kein Kettenfett? Kein Rasseln? Überzeugt. Ich bin sehr gespannt wie gut der Riemenantrieb altert.

Der Riemenantrieb

Extras

Bevor ich mich mit dem Diamant 247 auf die Straße wagen konnte, brauchte ich aber noch ein paar Extras.

In seinem “natürlichen” Zustand ist das Diamant 247 nicht StVO-konform, da es keine Lichter hat. In Deutschland sollte man einen Dynamo haben, falls man plant mit etwas auf der Straße zu fahren, das kein Rennrad unter 11 Kilo ist. Einen Dynamo zusätzlich einzubauen kann ziemlich teuer werden. Meiner ganz eigenen, persönlichen Meinung nach ist es auch eine ziemlich lächerliche Regelung, denn es gibt mittlerweile sehr gute batteriebetriebene Alternativen (laut  Wikipedia befürwortet sogar die Polizeigewerkschaft eine Reform des Gesetzes). Aber Gesetz ist Gesetz, und wer sich dafür entscheidet, es nicht zu befolgen tut das auf eigene Gefahr. Man sollte auf jeden Fall vorsichtig sein und immer frische Batterien zum Wechseln dabei haben! “Dunkel” zu fahren ist eine sehr, sehr schlechte Idee.

Außer Licht habe ich auch noch einen Gepäckträger und einen Korb (siehe obiges Bild) montieren lassen. Darin transportiere ich meine Tasche oder Einkäufe. Ich mag nämlich keine Rucksäcke und meine Arbeit verlangt etwas “schickeres” als eine Messenger Bag. Obwohl das Diamant 247 ohne Gepäckträger sexier aussieht, habe ich mich hier für das Praktische entschieden.

Zuletzt habe ich noch ein Abus Bordo-Schloss gekauft, in der Hoffnung, dass BB mir damit lange erhalten bleibt. Das Abus Bordo ist mit Gummi gepolstert, damit Euer Schatz nicht beschädigt wird, und hat eine Transporthalterung, in der das Schloss verstaut werden kann, solange es nicht benutzt wird. Die Halterung wird mit Klettverschluss-Riemen am Rahmen befestigt, man kann sie also dort festmachen, wo es am bequemsten ist. Bei mir ist das am Sitzrohr (der grau-schwarze Kasten im oberen Bild). Der Nachteil: das gute Stück ist unheimlich schwer, aber das sind alle guten Schlösser.

Insgesamt habe ich fast 200 Euro für Extras ausgegeben, man sollte das also in die Kalkulation einberechnen.

Beurteilung

Wie gut macht sich also mein Diamant 247 in Bezug auf die obigen Kriterien und insgesamt?

  • Geringer Wartungsaufwand. Bis jetzt habe ich außer dem Nachstellen, das man nach etwa zwei Monaten vornehmen soll und Aufpumpen keine Wartung gebraucht. In meinem ersten Post hatte ich erwähnt, dass ich ein bisschen Probleme mit der Gangschaltung hatte. Nachdem sie aber richtig eingestellt wurde, hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten mehr damit. Da das Rad aber erst drei Monate alt ist, finde ich den Wartungsaufwand noch schwer zu beurteilen.
  • Niedriges Gewicht. Ja, ja, und nochmals ja. Ich weiß nicht genau, wie viel das Rad mit den Extras (Gepäckträger, Schloss, Korb) wiegt, aber das Diamant 247 ist wirklich sehr leicht und gut zu tragen.
  • Stabilität. Wie der Wartungsaufwand ist es noch ein bisschen früh, um das zu beurteilen. Bis jetzt ist das Fahrgefühl aber sehr solide. Das Rad ist gut verarbeitet, es gibt keine scharfen Kanten, und es scheint sehr gewissenhaft montiert zu sein.
  • Komfort. Das Diamant 247 fährt sich traumhaft. Es ist sehr sanft und extrem leise. Ich fühle mich manchmal wie in einem Elektroauto ohne Motorengeräusch. BB ist absolut samtpfotig – ich benutze die Klingel ziemlich häufig, während man mich auf meinem alten Fahrrad aus einem Kilometer Entfernung gehört hat, da es nach 15 Jahren Benutzung einfach überall geklappert hat. Das Diamant 247 fährt sich außerdem sehr weich, Kopfsteinpflaster ist kein Problem. Der Lenker ist ebenfalls sehr bequem. Meine einzige Einschränkung ist der Sattel. Er ist nicht direkt unbequem, aber sehr schmal und ich denke noch darüber nach, ihn irgendwann durch einen Brooks-Sattel zu ersetzen, falls ich mich überwinden kann, das Geld auszugeben. Angeblich soll es das ja wert sein…
  • Stil. Das Diamant 247 verbindet modernes Radfahren (der Rahmen) mit einem klassischen Stil, z.B. durch das schwarz-weiße hintere Schutzblech und den runden Reflektor, der daran befestigt ist. Dadurch, dass ich den Gepäckträger und einen  Basil Cento-Korb habe montieren lassen, ist ein bisschen Chic verloren gegangen, muss ich sagen. Ich mag BBs klassische Ausstrahlung aber immer noch sehr, man kann sich damit prima im Anzug sehen lassen – seriös und solide ;). Trotzdem ein Wort der Warnung. Das Diamant 247 ist, bis auf die weiße Spitze am hinteren Schutzblech, komplett schwarz. Wenn man es häufig an Laternenpfählen oder Fahrradständern anschließt, wird es ohne Kratzer nicht gehen.
  • Sonstiges. Ich bin sehr zufrieden mit dem Shimano Nexus Revo-8 Schaltgriff. Mein vorheriges Fahrrad hatte eins der ersten grip shift-Schaltsysteme, die es gab und es war nahezu unmöglich, gleichzeitig über mehrere Gänge zu schalten. Das ist hier völlig anders. Man kann ohne Probleme im Stillstand über mehrere Gänge hinweg schalten. Die Rollenbremsen haben sich bisher auch als gute Sache erwiesen. Ich bin sehr gespannt, wie sie sich im Winter schlagen, im Regen sind sie jedenfalls großartig.

Drehschaltgriff und Lenker mit Klingel

Das Urteil

Ich bin mit meinem Kauf sehr zufrieden. Das Diamant 247 ist ein Traumrad. Es sieht super aus, ist sehr gut verarbeitet und fährt sich unheimlich sanft und leise. Mir gefällt die sportliche Sitzposition, die kraftvolle 8-Gang-Schaltung in Kombination mit dem Riemenantrieb, und das geringe Gewicht. Ich würde das Fahrrad absolut weiterempfehlen, falls Ihr es so nutzen wollt wie ich: sehr regelmäßige (fast tägliche) Stadtfahrten, die meistens kürzer sind als 10km. Was ich leider nicht beurteilen kann ist, wie sich das Rad bei regelmäßigen sehr langen Fahrten schlägt. Es wird aber als Stadtfahrrad mit Potential für gelegentliche Touren vermarktet, das sollte also ein Hinweis sein.

Bontrager-Sattel, hinteres Schutzblech und Shimano-Rollenbremsen

Dieses Rad ist nicht die billigste, aber auch keine absurd teure Option: mit allen Extras (Gepäckträger, Licht, Schloss) und einem (sehr kleinen) Nachlass fürs Abgeben meines alten Rads, hat es mich 915 Euro ärmer gemacht. Ist es das Geld wert? Bis jetzt auf jeden Fall, aber wirklich zeigen wird sich das erst mit der Zeit.

Beim Suchen habe ich noch diese Beurteilung gefunden. Redwhitebike gefällt das Diamant 247 auch sehr gut.

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Author: bettinathenomad

Nomadic fan of books, food, the outdoors, and water. International Relations geek. Chlorine is my perfume.

12 thoughts on “Diamant 247 – Beurteilung

  1. Kann mich dem Erfahrungsbericht uneingeschränkt anschließen. Ich fahre das 2013 Modell, welches nun sogar standardmäßig einen Nabendynamo und LED Lichter verbaut hat. Ausserdem wurden die umstrittenen Rollenbremsen durch Felgenbremsen ersetzt, sowie die Nexus Shimano Schaltung durch die G8 von SRam. Das Rad ist mit dem neuen Modelljahr also ein noch besseres Angebot geworden und der Zahnriemenantrieb über jeden Zweifel erhaben. Auf “neudeutsch” “I Like” 😉

  2. Danke Euch. Stehe gerade vor der Kaufentscheidung und stoße immer wieder auf das Diamant 247. Irgendwie soll es wohl so sein. Hier habe ich jetzt die letzten Details für mich gefunden. Fein!

  3. Ich habe das 2010 Modell in Deluxe Ausführung, also mit Magura Hydraulikbremsen, Supernova LED Licht und Gepäckträger ab Werk.
    Das beste Stadtrad, das ich bisher hatte und vor vor allem vollkommen wartungsfrei. Den Riemen habe ich nach 500km mal kurz straffer gezogen, mehr war nicht zu machen.
    Die späteren Modelle waren einiges einfacher und billiger ausgestattet (dafür aber wesentlich günstiger im Preis).
    Das Rad rollt vollkommen lautlos und ist auch nach Siffwetter immer noch so. Früher musste ich alle 14 Tage in der Winterzeit die Kette putzen und ölen, weil sie ansonsten knirschte und quietschte wie ein altes Scheunentor. Will nie wieder was anderes als Riemenantrieb für die Stadt. 🙂

    P.S. Mittlerweile nutze ich das 247 auch als Tourenrad mit 2 Ortliebs hinten drauf. Da es sich wie ein schnelles Tourenrad fährt und nicht wie ein aufrechtes CityBike, kann man damit auch laaaange mehrtägige Radwanderreisen machen. Völlig problemlos.

    • Wow, ich glaube die Deluxe-Ausführung gab es 2012 gar nicht mehr. Gut zu wissen, dass man das 247 auch für Touren nutzen kann – seit ich umgezogen bin und auf einem extrem steilen Berg wohne, ist das mit dem Fahren zur Arbeit ziemlich schwierig geworden – ich werde das Rad also in Zukunft wohl eher in meiner Freizeit nutzen 😉

      • Lass Dir doch vorne einen Nabenmotor einbauen und Du kannst das Rad weiterhin mit Berg nutzen. Ist gar nicht teuer.

  4. Ich habe das 2014er Modell…Leider konnten mich die Tektro-Felgenbremsen nicht überzeugen,vor allem bei Nässe, und ich habe sie durch Maguras Hs11 ersetzen lassen…Jetzt ist es ein perfektes Stadtrad und für kleine Touren bis 100 km durchaus geeignet…

  5. Das neueste Diamant 247 Modell 2015 hat nun sogar Scheibenbremsen, Nabendynamo und Licht serienmäßig. Was will man mehr?
    Ich habe meins mit einem Tubus Trekkinggepäckträger versehen und habe damit problemlos mehrtägige Touren gemacht. An der Gabel kann ich sogar einen Lowrider montieren und meine Ortlieb Frontroller dran machen. Perfekt. 🙂

  6. Sehr schicke Sache, dann ist es ja wohl wieder besser geworden! Super Tip übrigens mit dem Nabenmotor. Ich werde das tatsächlich mal auskundschaften, ich wusste gar nicht, dass man so etwas auch nachrüsten kann. Danke! 🙂

  7. Hallo Bettina!
    Finde das Rad auch sehr schön! Bin 163 groß und kann mich nicht für die richtige Rahmengröße entscheiden. Wie ist es bei Dir? Welche Rahmengröße hast Du und wie groß bist Du?
    Hast Du einen Tipp für mich? Gute Fahrt!
    Anna

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